Herbst-Titelbild. Alte Windwurffläche- heute mit Forstkulturen bepflanzt

Artenschutz


Auch in diesem Abschnitt habe ich zunächst die Paragrafen zusammengefasst und mit ein paar Erklärungen ergänzt. Danach folgt eine kurze Einleitung zu der Entwicklung des europäischen Artenschutzes. Zum Abschluss kommt noch eine Erklärung zu den Roten Listen.

Auch auf dieser Seite möchte ich darauf hinweisen, dass ich selber kein Jurist bin. Alle rechtlichen Annahmen beziehe ich auf zwei Aufsätze der Zeitschrift "Natur und Recht" des Springer Verlages. Am Ende des Textes finden sich die Linkes zu den Aufsätzen von "Natur und Recht" und zu den Paragrafen, die im folgenden Text genannt sind.


Ferner möchte ich darauf hinweisen, dass hier von den Bundesrecht gesprochen wird.
Die Rechtslage kann sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Daher sollte man sich einmal mit der Rechtsprechung des Landes auseinandersetzen!



Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen


Der allgemeine Schutz der Arten regelt der §39 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG).
Demnach ist es verboten, wild lebende Tier mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Ferner ist es verboten, Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu entfernen, zu nutzen und diese niederzuschlagen oder zu verwüsten. Des Weiteren ist es nicht erlaubt, die Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen zu beeinträchtigen oder zu zerstören. Auch ist es verboten, Höhlen, Erdkeller, Stollen und ähnliche Räume in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. März aufzusuchen, die als Winterquartier von Fledermäusen genutzt werden. Im Allgemeinen sind nur geringe Störungen zulässig, was zum Beispiel behördlich Kontrollgänge sind. Eine weitere Ausnahme stellen hier stark genutzte und für den Tourismus ausgebaute Bereiche dar.

Wie aus dem Abschnitt über die Naturschutzgebiete bekannt ist, gilt das Betretungsrecht nur dann, wenn es der Erholung dient und naturverträglich ist. Daher dürfte hier raus schon ersichtlich sein, dass das verwüsten und niedertreten oder gar das Zerstören von Beständen keine Tätigkeit im Sinne der Erholung ist. Und dadurch, dass Betretungsrecht unwirksam wird. Das gleich gilt auch für Lebensstätten von Pflanzen und Tieren. Hier tritt bereits eine Beeinträchtigungen ein, wenn Tiere ihre ursprünglichen Lebensräume nicht mehr aufsuchen. Dies kann dann geschehen, wenn Caches auf Bäumen, in Baumhöhlen oder in Erdkellern versteckt wurden.

Auf das Verstecken an Kolonien der Fledermäuse sollte am besten ganz verzichtet werden. Zum einen, weil es verboten ist, Fortpflanzungsstätten oder Ruhestätten von streng geschützten Tiere aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstöre. Und zum anderen, weil erhebliche Störungen in den Winterquartieren eine wesentliche Beeinträchtigung des Erhaltungszustand der lokalen Population darstellt. Die Beeinträchtigung stellte neben den §39 auch ein Verstoß des § 44 BNatSchG dar, da alle in Europa vorkommenden Arten (25 Arten in Deutschland) bereits durch die FFH (Fauna-Flora-Habitatrichtlinie) der Europäischen Gemeinschaft streng geschützt sind, und auch in Deutschland in den Roten Listen stehen.


Besonders geschützte Tierarten und Pflanzenarten.


Die Vorschriften für die Arten regelt der §44 des Bundesnaturschutzgesetzes.
Während der allgemeine Arten Schutz eine mutwillige Störung verbietet, spielt es bei den besonders geschützten Arten keine Rolle. Hier gilt, dass jegliche Störung und Beeinträchtigung nicht erlaubt ist.

Und hier kann es also schnell beim Geocaching zu Konflikten kommen, da in Europa alle Vogelarten und fast jedes Säugetier besonders geschützt sind. Einige Arten (davon 134 in Deutschland) gelten als streng geschützt und dürfen in keiner Art und Weise gestört werden.

Im Wesentlichen gelten folgende Verbote (Zugriffsverbote).
Verboten ist es wild lebende Tiere der besonders geschützten Art nachzustellen, zu fangen, zu verletzen, zu töten, zu beschädigen oder zu zerstören.

Streng geschützte Arten und Vogelarten während der Fortpflanzungszeit, Aufzuchtszeit, Mauserzeit, Überwinterungsszeit und Wanderungszeiten erheblich zu stören. Eine erhebliche Störung liegt immer dann vor, wenn sich der Erhaltungszustand der lokalen Population deutlich verschlechtert.

Das heißt, wenn sich die Tiere nicht mehr vermehren oder verenden und dadurch der Bestand sinkt. Hier ist noch einmal die Fledermaus ein gutes Beispiel. Wenn sich die Fledermaus in ihrem Winterquartier befindet und des Öfteren durch Lärm oder Licht gestört und aufgeschreckt wird, verbrauchen sie bei der Flucht viel Energie. Aber diese Energiereserven benötigen sie, um ihren Winterschlaf zu überstehen. Durch eine ständige Störung kann es dann vorkommen, dass diese Tiere den Winter nicht überstehen können, weil sie keine Kraftreserven mehr haben, da sie diese bei ihrer Flucht verbraucht haben.

Ferner ist es verboten. Fortpflanzungsstätten und Ruhestätten wild lebender Tiere der geschützten Art aus der Natur zu entnehmen, zu zerstören oder zu beschädigen. Ähnlich sieht es hier auch bei dem Pflanzen aus. Neben dem Verbot sie aus der Natur zu entnehmen ist es verboten sie, oder ihren Standort, zu beschädigen oder zu zerstören.
Wie gerade aufgeführt, ist es verboten, die geschützten Tiere zu stören und zu beunruhigen. Aber kaum jemand wird sich alle geschützten Tiere merken, geschweige denn sie erkennen können. Daher sollte man als Geocacher aus Vorsorge auf ein verstecken und suchen verzichten, wenn er sich nicht 100%ig sicher ist, dass sein Handeln störende Auswirkung haben kann.

Hierbei kann aber schon ein Vorgespräch, beim Verstecken eines Caches, mit den Jägern oder den Förstern helfen. Denn gerade diese Gruppen keinen ihre Reviere und wissen, was dort lebt und wächst.


Kleine Einführung in den europäischen Artenschutz


Bereits im Jahr 1979 gab es in Bern eine Konferenz (Berner Konvention). Dabei trafen sich die europäischen Umweltminister und beschlossen das "Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wild lebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume" beschlossen. Nach dem 1982 diese Abkommen im Ratsbeschuss angenommen wurde, trat es 1985 auch in Deutschland in Kraft.
Diese Berner Konvention ist auch der Grundstein der FFH-Richtlinien die die Anhänge übernommen hat.
Das Ziel dieser Übereinkunft regelt den Schutz von den Tierarten und Pflanzenarten. Erreicht werden soll, dieses zum einen durch den Schutz der Lebensräume und die Einschränkung der Nutzung.

Dieser Schutz wird in 5 Anhängen zur FFH-Richtlinie aufgenommen. Der erste Anhang erfasst 231 Lebensraumtypen, wovon es 91 in Deutschland gibt. In den Anhängen 2, 4 und 5 sind mehr als 1400 Tiere und Pflanzen erfasst. Von diesen Arten sind etwa 282 Tiere und Pflanzen in Deutschland vertreten. Hiervon sind 139 Arten im Anhang 2, 134 Arten im Anhang 4 und 110 Arten im Anhang 5 enthalten. Hierzu ist noch zu erwähnen, dass einige Arten in mehreren Anhängen zu finden sind und aber auch Arten, die nach den Roten Listen als ausgestorbene und verschollene gelten.


Kurzerklärung zu den Roten Listen


Die Rote Liste soll der Öffentlichkeit zeigen, welche Tiere, Pflanzen, Pflanzengesellschaften und Biotope bedroht sind. Die Angaben beruhen auf Wissenschaftlichen Auswertung ausgewählter Arten der jeweiligen Gruppe. Neben lebenden Arten sind in ihren auch verschollenen und ausgestorbenen Arten erfasst und werden dort noch mitgeführt. Auch die Arten aus dem Anhängen der FFH und der europäischen Vogelarten sind darin enthalten.

Neben der Hauptliste führt jedes Bundesland seine eigne Listen. In NRW können diese bei der LANUV eingesehen werden. Bei der LANUV findet man auf der Seite "Schutzwürdige Biotope in NRW" einen Link zu den Kartediensten. Hier kann man durch Ortseingabe sich das entsprechende Gebiet heraussuchen und sich über die Gebiete informieren. Wenn man dann den entsprechenden Links folgt, findet man auch alle Informationen über die Tiere und Pflanzen, die dort leben. Auch werden dort Empfehlungen mit dem Umgang des Gebietes gemacht. Weitere Informationen zu dieser Seite gebe ich dann an einer anderen Stelle meiner Seite.

Für die Erstellung diese Listen wurden zunächst ein gewisser Prozentsatz der Arten bewertet. Bei den gefährdeten Tieren wurden zu diesem Zweck 16000 Tiere, von etwa 45000 Arten, bewertet. Bei den Pflanzen 13907 Arten, von etwa 28000 Arten. In der Gruppe der Pflanzengesellschaften wurden alle 788 Arten einbezogen, auch wenn diese als nicht gefährdet eingestuft wurden. Auch alle 690 Biotoptypen sind untersucht worden, von denen etwa 72% als gefährdet gelten.


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§39 des Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)
§44 des Bundesnaturschutzgesetzes.
Deutschsprachige Seite zu den FFH-Richtlinien
Listen deutscher Arten der Anhänge 2,4 und 5
Hier finden sich die Roten Listen
Karten Dienste des BFN
LANUV- Rote Listen.
Schutzwürdige Biotope in NRW
Umweltdaten vor Ort

Zu den Karten des Bundesamt für Naturschutz (BfN)


Zu den Karten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV)



Aufsatz der Fachzeitschrift "Natur und Recht":
Autoren: LOUIS, H. W., MELÉNDEZ, S. S. & K. STEG (2011): Zivilrechtliche Probleme des Geocaching. Natur und Recht (2011) 33: 533-539.


Aufsatz der Fachzeitschrift "Natur und Recht":
Autoren. LOUIS, H. W., MELÉNDEZ, S. S. & K. STEG (2011): Öffentlich-rechtliche und strafrechtliche Probleme des Geocaching. Natur und Recht (2011) 33: 619-624.





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