Herbst-Titelbild. Alte Windwurffläche- heute mit Forstkulturen bepflanzt

Forstliche Einrichtung


Auf dieser Seite versuche ich einmal, uns Geocachern die forstlichen Einrichtungen zu erklären. Gemäß § 14 des BWaldG, unterliegt es den Ländern die Einzelheiten zu regeln. Da ich selber aus NRW komme, übernehme ich hier die Verbote des §3 Landesforstgesetzes NRW.
Aus dem Betretungsverbot erkläre ich Forstkulturen, Forstdickungen, Saatkämpen und Pflanzgärten. Auch die Wildgatter und Kulturgatter erklär ich hier einmal, da man gemäß des § 70 Absatz 2 Punkt 6 des Landesforstgesetzes NRW ordnungswidrig handelt, wer diese vorsätzlich oder fahrlässig, nicht wieder verschließt.


Forstkulturen


KunstkulturenKunstkulturen im FrühsommerForstkulturen dürfte eigentlich jeder kennen, der schon einmal im Wald war. Bei Forstkulturen handelt es sich schlicht und einfach um Flächen, wo Jungbäume oder Stecklinge gepflanzt wurden. In der Regel sind diese schon daran zu erkenne, dass viele Bäume in Reihen hintereinander und nebeneinander gepflanzt wurden. Diese finden sich meistens dort, wo sich Kahlschlag-Flächen, oder auch bei Windwurfflächen - wie sie nach dem Orkan Kyrill18./19. Januar 2007 entstanden sind - befinden. Oder aber auch auf Flächen, wo es zuvor noch keinen Wald gab.

Hier sein noch anzumerken, dass diese Flächen auch aus der Sicht der Jagd Bedeutung haben. In diesen Flächen, sofern sie nicht eingezäunt sind, findet sich auch gerne Wild ein. Hier kommen gerne Rehe und Rotwild hin und bedienen sich an den Knospen der Pflanzen, da sie diese Jungtriebe gerne Mögen.


Forstdickungen


DickungEine Birkendickung auf einer Windwurffläche. Die Aussaat erfolgte durch den Hegering.Auch diese Fläche dürfte jeder Geocacher schon einmal begegnet sein.
Die Dickung ist die gleiche Fläche wie die der Forstkulturen. Der Unterschied ist nur der, dass die Bäume sich weiter entwickelt haben und größer geworden sind.

Merkmal dieser Dickungen sind, das die Jungpflanzen beginnen mit ihren Baumkronen ein geschlossenes Dach zu bilden.
Bereits in dieser Wachstumsfase beginnt eine Bestandspflege und Regulierung. Sobald sich die Dickung geschossen hat, beginnt bereits eine Auswahl der Bäume. Dabei werden gut gewachsene und gesunde Bäume von Vorwüchsen befreit und schlecht gewachsene oder kranke Bäume werden entfernt. Dieses Entfernen geschieht entweder durch die Entnahme oder durch die Ringelungentfernen der Rinde worauf hin diese Bäume absterben. Dabei bleiben die entnommenen und entrindeten Bäume im Bestand und verrotten dort. Das gibt den verbleibenden Bestand Nährstoffe, und gibt Insekten und anderen Tieren einen Lebensraum.

Der Jungbestand gilt so lange als Dickung, bis die Bäume beginnen selber ihre Äste abzuwerfen oder bis sie eine Höhe von etwas 2m haben, beziehungsweise 10 cm BHDStammdurchmesser auf 1,3m Höhe.
Man kann also sagen, dass eine Dickung so lange eine Dickung ist, bis ein Erwachsener aufrecht durch diese hindurch gehen kann.

Auch hier sei angemerkt, dass hier ein jagdliches Interesse gibt. Auch hier kann sich das Wild zurückziehen und verstecken. Es dient zum einen als Futterquelle und zum Anderen als Ruhezone für das WildWild: Als Wild gelten alle jagdbaren Tiere gemäß des §2 des Bundesjagdgesetzes. Es sind dort 48 Tiere gelistet. Die Länder können diese Listen erweitern.
Folgende Tiere sind dort gelistet.

Haarwild:

Wisent (Bison bonasus L.), Elchwild (Alces alces L.),Rotwild (Cervus elaphus L.), Damwild (Dama dama L.), Sikawild (Cervus nippon TEMMINCK), Rehwild (Capreolus capreolus L.), Gamswild (Rupicapra rupicapra L.), Steinwild (Capra ibex L.), Muffelwild (Ovis ammon musimon PALLAS), Schwarzwild (Sus scrofa L.), Feldhase (Lepus europaeus PALLAS), Schneehase (Lepus timidus L.), Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus L.), Murmeltier (Marmota marmota L.), Wildkatze (Felis silvestris SCHREBER), Luchs (Lynx lynx L.), Fuchs (Vulpes vulpes L.), Steinmarder (Martes foina ERXLEBEN), Baummarder (Martes martes L.), Iltis (Mustela putorius L.), Hermelin (Mustela erminea L.), Mauswiesel (Mustela nivalis L.), Dachs (Meles meles L.), Fischotter (Lutra lutra L.), Seehund (Phoca vitulina L.);

Federwild:

Rebhuhn (Perdix perdix L.), Fasan (Phasianus colchicus L.), Wachtel (Coturnix coturnix L.), Auerwild (Tetrao urogallus L.), Birkwild (Lyrurus tetrix L.), Rackelwild (Lyrus tetrix x Tetrao urogallus), Haselwild (Tetrastes bonasia L.), Alpenschneehuhn (Lagopus mutus MONTIN), Wildtruthuhn (Meleagris gallopavo L.), Wildtauben (Columbidae), Höckerschwan (Cygnus olor GMEL.), Wildgänse (Gattungen Anser BRISSON und Branta SCOPOLI), Wildenten (Anatinae), Säger (Gattung Mergus L.), Waldschnepfe (Scolopax rusticola L.), Bläßhuhn (Fulica atra L.), Möwen (Laridae), Haubentaucher (Podiceps cristatus L.), Großtrappe (Otis tarda L.), Graureiher (Ardea cinerea L.), Greife (Accipitridae), Falken (Falconidae), Kolkrabe (Corvus corax L.
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Saatkämpen und Pflanzgärten


Diese beiden Flächen möchte ich hier nur wegen der vollständig aufführen. Mir selber sind sie weder beim Geocaching noch auf sonstigen Ausflügen bewusst untergekommen.
Beide Flächen möchte ich einmal mit einer Baumschule vergleichen. In ihnen werden Bäume ausgesät und aufgezogen, bis sie die Größe zum Verpflanzen in die Kulturen erreicht haben.
In den Saatbeeten (Saatkämpen) werden die Pflanzen zunächst ausgesät und angezogen. In der Regel wird diese Aufzucht in die Pflanzgärten (Verschulung) umgepflanzt. Bei kleineren Pflanzen werden diese einmal umgepflanzt und größere Pflanzen (Heister) zweimal. Bei der ersten Verpflanzung werden sie zunächst enger gepflanzt und später werden sie weiter auseinandergezogen.


Wildgatter und Kulturgattern


Öfter findet man in Wäldern oder Wildparks sogenannte Wildzäune. Die Wildzäune haben dabei die Aufgabe das Wild aufzuhalten am Abzug zu hindern beziehungsweise fernzuhaltenum zum Beispiel eine Forstkultur vor Wildverbiss zu schützen. Diese Zäune gibt es in verschiedenen Höhen und mit unterschiedlichen Maschenstärken und Drahtdicke. Wie diese Zäune ausgelegt sind, liegt an ihren Verwendungszweck und welches Wild abgehalten werden soll. Um aber den Waldbesucher einen Durchgang zu geben, werden die Wege mit den Wildgattern oder Kulturgattern versehen. Ziel dieser Gatter ist es also den Weg zu überbrücken und den Leuten dennoch eine Möglichkeit zugeben, von der einen Zone in die Andere zu gelangen. Damit die Schutzwirkung des Zaunes erhalten bleibt, ist es erforderlich, dass man nach dem Betreten der anderen Zone diese Gatter wieder schließt. Das Schließen der Gatter soll das Abwandern oder das Durchwandern des Wildes zu verhindern.


Das Fazit


Rechtlich gesehen bedarf es einer Genehmigung des Eigentümers oder des Pächters, um einen Cache zu verstecken.
Also tut es.
Wenn ihr nicht wisst, wem das Grundstück gehört, wendet euch an die Forstämter, örtliche Hegeringe und Kreishegeringe, die verfügen über Informationen, wer hier Ansprechpartner sein kann.

In manchen Gegenden, wie dem Münsterland, gibt es viele private Waldbesitzer. Wenn ihr euch nicht sicher seit wem der Wald gehört, wendet euch an den Revierförstern der Forstbehörde. Er hat dort zwar meistens nur beratende Funktion, kennt aber die Revierförster der Waldbauern Besitzer von privaten Wäldern und kann mit Sicherheit die zuständigen Personen benennen und vielleicht auch vermitteln.





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