Herbst-Titelbild. Alte Windwurffläche- heute mit Forstkulturen bepflanzt

Holzwirtschaft


Auf dieser Seite versuche ich, ein wenig auf die Holzverarbeitung einzugehen. Dabei fasse ich das weite Themengebiet nur kurz zusammen. Dort erkläre ich wie das Holz unterteilt wird und was mit Holz verdient werden kann.
Am Ende der Erklärung kommt ein Beispiel für den Geocacher, wie sich ein Cache negativ auswirken kann. Dieses Beispiel soll zeigen, warum unteranderem Waldbauern regelmäßig Bedenken an den Hobby Geocaching äußeren.

Nach den anfänglichen Ausgaben will der Waldbauer natürlich auch irgendwann etwas verdienen. Bereits mit der Auswahl der Pflanzen trifft er die Endscheidung über den späteren Erlös. Für den Verkauf spielt es bereits eine entscheidende Rolle, welche Baumart man verkauft möchte.
Aber damit ist es noch nicht getan. Wenn der Waldbauer sein Holz verkaufen will, gibt es noch weitere Faktoren, die er zum Teil beeinflussen kann, womit die Höhe des Verkaufspreises beeinflussen werden kann.

VollernterVollernter. Er sägt, entastet und bringt die Stämme auf passende Länge.Alle Bäume werden in Handelsklassen und Güteklassen eingeteilt, um einen gewissen Qualitätsstand zu erreichen. Für diese Einteilung beachtet man verschiedene Punkte. Neben diesen zum größten Teil optischen Einteilungen erfolgt innerhalb der Güteklassen noch eine Stärkenklassensortierung. Hierbei unterscheidet man zu einem das Langholz (Stämme) und das Kurzholz. Mit der sogenannten Mittelstärkesortierung werden die Stämme (Langholz) entsprechend ihres Stammdurchmessers bewertet. Das Kurzholz wird nach Brennschichtholz und Industrieschichtholz unterschieden. Ferner gibt es noch innerhalb der Klassen Unterteilungen für die spätere Verwendung. Aufgrund der Güteklasse, der Stammdicke, oder dem späteren Verwendungszweck Industrieholz und Schwellenholz (Unterbau für Eisenbahnschienen) kann der Waldbauer unterschiedliche Gewinne für sein Holz erzielen.


Güteklassen


Hier gibt es verschiedene Stufen sie Reich von der Klasse A bis D. Ferner werden zum Teil noch verschiedene Unterklassen festgelegt für die spätere Verwendung.
Die Güteklassen werden zum größten Teil auf optische Weise eingestuft. Hierbei werden folgende Punkte genauer betrachtet und haben somit einen Einfluss auf die Preisbildung.



Unter Berücksichtigung dieser Punkte erfolgt die Einteilung in die Güteklassen. Die Anforderungen der Güteklassen sehen dann so aus:



Güteklasse A

Hierfür kommt eigentlich nur gesundes, fehlerfreies Holz oder mit leichten Fehlern, die keinen Einfluss auf die Verwendung haben.
Aufgrund der geringen Fehler eignet sich dieses Holz besonders für Furnierholz und Teilfurnierholz und man erzielt mit diesem Holz die größten Gewinne. Der Erlös liegt hier zwischen 120% und 160% Aufschlag zu Klasse B Holz. Also grob gesagt, das Zweifache bis Dreifache des B-Preises..



Güteklasse B

Diese Güteklasse stellt das Normalholz dar. Die Anforderungen sehen wie folgt aus:




Aus diesem Holz können gut Masten und Rammpfähle hergestellt werden. Ferner gilt diese Klasse als Preisgrundlage für alle anderen Klassen.



Güteklasse C

Hier können fast alle Hölzer einsortiert werden, welche die Anforderungen der Klassen A und B nicht erfüllen. Das Holz muss aber noch gewerblich nutzbar sein.



Güteklasse D

In diese Klasse kommt das Holz, welches den Klassen A-C nicht zugeordnet werden kann. Um noch dieser Klasse zugeordnet werden zu können, muss das Holz zu mindestens 40% industriemäßig nutzbar sein.


Mittelklassensortierung


Wie oben erwähnt, werden die Hölzer noch in eine andere Klasse aufgeteilt. Diese Aufteilung erfolgt aufgrund des Stammdurchmessers. Die heute geläufigste Sortierung nennt man Mittelklassensortierung. Diese Aufteilung ist recht einfach. Hierbei gibt es die Klassen L0, und L1 bis L6 (6+). Diese Klassen werden dann noch einmal in a und b aufgeteilt.
Die Klasse L0 sagt aus, dass der Stammdurchmesser kleiner als 10 cm ist und hat als einzige Klasse keine a und b Aufteilung.
Die Klasse L1 hat einen Durchmesser von 10 bis 19. Die Klasse L2 hat einen Durchmesser von 20- 29, ... . Wie man sieht, gehen die Durchmesser immer von dem vollen Zehner bis eine Stelle vor dem nächsten Zehner. Die Einteilung geht bis L6 was aussagt, das der Stammdurchmesser größer als 60 cm ist. Die Klassen können aber darüber hinaus nach dem gleichen Schema erweitert werden.

Wie erwähnt, gibt es noch in jeder Klasse eine a-Teilung und b- Teilung. Diese Teilung teilt noch einmal die Abstände. Das sieht dann so aus:



Holzpreise


Wie es im Handel üblich ist, bestimmen das Angebot und die Nachfrage den Preis. So ist es auch bei dem Holz. Einflusse haben hier auch noch die Jahreszeit und der Verwendungszweck für das Holz. Bei der Landesforstbehörde NRW (Landesbetrieb Wald und Holz NRW) werden zum Beispiel zweimal im Jahr Holzpreise mit den Sägewerken ausgehandelt. Der Verkauf an Geschäftskunden, in NRW, wird in erster Linie durch die Forstämter von "Wald und Holz" abgewickelt. Die Preise von Brennholz, wofür es regionale Preise gibt, können bei den Regionalforstämtern, den privaten Waldeigentümern oder dem Waldbauernverband NRW erfragt werden.
Ansonsten hat der Waldbauer aber auch die Möglichkeit seine Preise selber mit den Sägewerken aushandeln oder aber auch das Holz auf Versteigerungen zu vermarkten.

Die ausgehandelten Preise werden Aufgeteilt in Fichtenstammholz, Kiefer als Langholz, Buchenstammholz und Buchen-Palettenholz, Eichenstammholz, Pappel in Palettenqualität, Sägeholzqualität oder als Langholz, Industrieholz als Zellstoffholz für die Papierindustrie, Energieholz für die Pelletindustrie und natürlich für alle anderen Energieholzsortimente.
Das heißt, es werden 9 Preislisten für Stammholz, Industrieholz und die Pelletindustrie ausgehandelt und für das restliche Energieholzsortiment werden noch einmal in fünf Gruppen unterschieden. Die Preise werden in den Maßeinheiten Fm o.R.Festmeter ohne Rinde, Rm m.R.Raummeter mit Rinde, SRm m.R.Schüttraummeter mit Rind, und t atroatro-Tonne ist das Gewichtsmaß von absolut trockenen Holz., angegeben und verstehen sich meistens frei ab Wegrand.
Fichtenstamm und Kieferlangholz werden nach der Mittelklassensortierung (Stammdurchmesser) und nach B/C-Mischqualität in €/Fm o.R. gerückt frei Weg abgerechnet.
Für C-Holz und D-Holz gibt es Abschläge. Die Abschläge für C-Holz sind 15% von dem B-Preis und für das D-Holz gibt es einen Abzug von 25% vom B/C-Preis.
Buchen und Eichen werden nach Güteklasse und Stammdurchmesser, in €/Fm o.R. gerückt frei Weg, abgerechnet.
Industrieholz wird nach €/Fm o.R oder nach €/t atro berechnet.
Zellstoffholz und Papierholz nach €/Fm o.R oder nach €/Rm m.R.

Die genaue Preisentwicklung werde ich an dieser Stelle nicht Darstellen. Am Ende der Seite findet ihr einen Link dazu.
In Anlehnung an das folgenden Beispiel greife ich nur einmal die Preise (2011-2012) für Eichenstammholz mit einer Stammdicke von 60cm und größer, der Güteklasse B auf. Der Preis lag hier zwischen 330 €/Fm o.R und 350 €/Fm o.R.


Das Beispiel für den Geocacher


Seit geraumer Zeit lasse ich mich von "Google Alert"Hiermit kann man sich mittels Suchbegriffe über neue Seiten im WWW informieren. Wenn also eine Seite mit den angegebenen Suchbegriffen erscheint, bekommt ich eine E-Mail von Google Alert mit dem Weblink zu dieser Seite (Einen Link findet ihr am Ende der Seite) , über neue Seiten, Nachrichten, rund um Geocaching informieren. So erhielt ich Anfang Juni 2012 eine E-Mail mit dem Link auf einen Artikel der "Augsburger - Allgemeinen".

Hier einmal eine kurze Zusammenfassung.
Neben den ungünstigen ökologischen Auswirkungen des Geocachings auf die Natur und das Wild gab der Umweltreferent der Stadt Augsburg auch noch ein Beispiel eines gefundenen Kletter - Caches. Er wies neben der Haftpflicht-Frage auch auf mögliche wirtschaftliche Schäden hin, die entstehen können, wenn zum Beispiel Geocacher, mit Steigeisen zu dem Cache in den Baum klettern. (Wo ich hoffe, dass das nur ein Beispiel war)

Auf die Haftpflicht-Frage bin ich bereits auf dieser Homepage in den Abschnitt "Alles was Recht" eingegangen. Hier schauen wir einmal auf den wirtschaftlichen Schaden, der entstehen kann.


Nun zu den Beispiel, der sicherlich den Härtefall darstellen wird.
Hierfür nehmen wir eine Eiche (etwa 120 Jahre alt) mit einem mittleren Stammdurchmesser von 60 cm an. Von diesem Stamm sollten die ersten 20 Meter für die Furnierherstellung verwendet werden. Durch Geocacher, die mit Steigeisen an den Baum herauf geklettert sind, ist an dem Baum ein Schaden entstanden. Der Schaden ist so groß, dass dieser Baum nicht mehr für den Verwendungszweck geeignet ist.
Da für die Furnierherstellung meistens besseres Holz der Güteklasse A verwendet wird, entsteht hier raus bereits ein enormer Schaden.

Wegen der Schäden wird das Holz also in der Klasse B verkauft und erzieht hier einen Gewinn0,3m*0,3m*Pi*20m*350€/Fm o.R, von 1979 Euro Das ist der Gewinn aus dem Stammholz. Hinzu kommen noch die Gewinne aus dem Zopfholz/Wipfelholz welches zunehmend zu Kaminholz verarbeitet wird.
Zunächst mag man denken, dass 1979 € für knapp 5,6m³ Holz ein ordentlicher Preis ist.


Aber wie viel hätte dieser Stamm bei dem eigentlichen Verwendungszweck erzielt?


Wie gesagt, benötigt man für die Furnierherstellung Holz mit der Güteklasse A. Der Preis der Güteklasse A liegt deutlich höher wie bei Holz der Klasse B. Der Preis für Holz der Klasse A dürfte bei rund 656 €/Fm o.R liegen.
Der Preis für Furnierholz liegt dann aber noch einmal höher, weil solches Holz keine Fehler mehr aufweisen darf, und dürfte bei Rund 1400 €/Fm o.R liegen.

Also hätte der Waldbauer für seinen Eichenstamm, von rund 5,6 m³ rund 7916 Euro erwirtschaften können.

Folglich heißt das, dass dem Waldbauern ein Schaden von 5937 Euro entstanden ist.

Da stellt sich natürlich die Frage, ob sich die finanziellen Verluste von 75% des möglichen Erlöses in irgendeiner Art und Weise, für einen Geocache, rechtfertigen lassen.
Ich denke, dass hier die Antwort klar sein dürfte.


Fazit


Sprecht mit den zuständigen Personen. Fragt um Erlaubnis für einen Geocache. Denkt an die möglichen Folgen, die aus einem unerlaubten Cache entstehen können.
Macht den Cacheowner auf Fehler und Schäden, nicht nur am Cache, sondern auch auf die Schäden in der Umgebung des Cache aufmerksam. Im Zweifelsfall wendet euch an den zuständigen Reviewer, der ganz unten im Listing genannt wird.




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