Herbst-Titelbild. Alte Windwurffläche- heute mit Forstkulturen bepflanzt

Naturverträgliches Geocaching


Seit spätesten dem Jahr 2010 ist unser Hobby, das Geocaching, in den Blick der Angehörigen aus Forst, Jagd und Naturschutz gerückt. Bis heute gibt es viele Aussagen über die Schädlichkeit des Geocaching und jede Menge einseitiger oder schlecht recherchierte Berichterstattung in den öffentlichen Medien.

Solchen Meldungen können wir nur mit Gesprächen der Angehörigen aus Jagt, Waldbauern und Naturschützern entgegenwirken. Aber auch durch ein angepasstes und naturverträgliches Geocaching können wir solchen Meldungen entgegenwirken.

Dazu gibt es auch viele nützliche Veröffentlichungen, die uns Geocacher Hinweise geben, wie wir uns naturverträglich verhalten können. Seit dem Jahr 2010 sind einige solcher Veröffentlichungen erschienen. Meistens von Städten, Forstverwaltungen aber auch von Organisationen (zum Beispiel der Deutscher Wanderverband und/mit Garmin), die uns Geocachern nahe stehen.


Rechtlich gesehen benötigt man für das Verstecken eines Geocaches die Erlaubnis des Eigentümers. Diese Erlaubnis des Eigentümers wird für jeden Cache benötigt. Also auch für Caches, die nicht in den Wäldern oder in der freien Landschaft versteckt werden.

Es spricht eigentlich nichts gegen das Geocaching. Hierbei sind aber die Interessen anderer Naturnutzer und insbesondere die Interessen von Eigentümern, Jagdpächter und Naturschützern zu beachten. Viele rechtliche Punkte wie Brutzeiten und Setzseiten, das Wegegebot in Naturschutzgebieten oder aber auch die Beschädigung von Bäumen sollten hier beachtet werden. Aber auch Naturschutzaspekte und Sicherheitsaspekte sind hier von Bedeutung.



Was sollten wir beim naturverträglichen Geocachen beachten?


Ehe der Cache-Owner einen Cache platziert, sollte er sich zunächst informieren, ob die Stelle sich in einem Naturschutzgebiet befindet. Diese Informationen finden sich leicht über die Geodienste der Länder oder über den Geodienst des BfN. Hier sollte sich der Geocacher frühzeitig informieren. Am besten zu Beginn seiner Cache-Planung und während der Planung, da es auf den Seiten der Geodienste zur Verzögerung mit den Eingaben kommen kann.

Auf Geocaches in Naturschutzgebieten sollten hierbei vermieden werden oder mit den zuständigen Stellen abgesprochen sein. Ferner sollte der Owner alle nötigen Hinweise zu dem Naturschutzgebiet sowie auf die Wegepflicht in diesen Gebieten hinweisen.

Ein wichtiger Punkt bei der Cache-Planung sollte natürlich auch der Schutz von Tieren, Pflanzen und den Biotopen sein. Daran sollte man auch denken, wenn der Cache nicht in einem Schutzgebiet liegt.

Hier sollten die allgemeinen Grundsätze gelten.

Es ist nachdem Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) verboten:

  1. wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten
  2. wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen, zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten
  3. Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.


Bei dem Verstecken, sollten Baumhöhlen, hohle Bäume und vergleichbare Stellen vermieden werden die als Ruhestätten oder Fortpflanzungsstätten dienen.
Ferner sollten in den Brutzeiten und Setzzeiten solchen Bereichen gemieden werden. In vielen Landesgesetzen ist diese Zeit geregelt und ist meistens mit der Zeit vom 1.April bis zum 15. Juli angegeben. Wenn man in diese Zeit ein Jungtier findet, sollte man diese Tierjungen möglichst nicht berühren. Diese Berührung führt zu einer Geruchsverfremdung und kann dazu führen, dass die Eltern ihr Junges verlassen oder verstoßen.


Hierzu ist noch einmal auf die Fledermaus hinzuweisen. Von diesem Tier stehen alle Arten in der Roten List und werden durch die europäische FFH-Richtline streng Geschütz.


Im Bundesnaturschutzgesetz unter dem §39 (BNatSchG) steht:

  • Es ist verboten, Höhlen, Stollen, Erdkeller oder ähnliche Räume, die als Winterquartier von Fledermäusen dienen, in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. März aufzusuchen; dies gilt nicht zur Durchführung unaufschiebbarer und nur geringfügig störender Handlungen sowie für touristisch erschlossene oder stark genutzte Bereiche.

Aus Gründen des Artenschutzes und des Naturschutzes sollte auf Besuche bei einem Cache nach dem Einbruch der Dunkelheit verzichtet werden. In einigen Landesgesetzen spricht man als Grenzzeit 2 Stunden vor und nach Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. (Das sind auch Zeiten, wo sich Jäger bevorzugt in ihren Hochsitzen befinden.)

Falls ein Cache-Owner dennoch einen Nahtcache plant, sollte er das, neben dem Eigentümer, auf jedem Falle mit dem örtlichen Forstbeamten und/oder dem Jäger absprechen.


Jeder Geocacher sollte wissen, dass sich die Tiere des Waldes zwar auf den Besucher in unseren Wäldern eingestellt haben. Dennoch können selbst kleinste Störungen durch uns Menschen als eine Bedrohung empfunden werden. Auf solche Bedrohungen reagieren die meisten Tiere mit dem Verstecken oder einer Flucht.
Das Rotwild/Rothirsche zum Beispiel versucht schnellstmöglich eine große Distanz zu der Bedrohung zu bekommen. Hierbei ist zu erkennen, das Rudel mit Jungtieren meistens eine größere Fluchtstrecke zurücklegen. Gerade in der Nacht ist die zurückgelegte Strecke meist wesentlich höher als am Tag. Bei so einer Flucht entsteht bei den Tieren ein erhöhter Energiebedarf, der bei etwa 130%-210% liegt. Diesen Mehrbedarf muss das Tier versuchen zu decken. In der Winterzeit kann es dann zu Verbiss oder Schälungen an Forstkulturen führen. Da die Rothirsche in größeren Herden unterwegs sind, kann dies schnell zu hohen finanziellen Verlusten des Waldbauers führen.


Zur Vermeidung von Störungen und der Beeinträchtigung der Natur sollten Geocaches in der Nähe des Weges versteckt werden.
Die niedersächsischen Landesforsten empfehlen eine maximale Entfernung von 30 Metern (etwa eine Baumlänge) vom Weg.

Bäume die für das Fällen makiert sindSpätestens wenn der Owner oder der Cacher solche Zeichen entdeckt,sollte entsprechend reagiert werden.Da der Cache- Owner eine Verkehrssicherungspflicht hat, muss er in seinem Listing alle nötigen Informationen bereitstellen, die für das Finden des Caches nötig sind. Das sind Hinweise auf Naturschutzgebiete, Brutzeiten und Setzzeiten, örtliche Verordnungen und die genaue Cache-Lage.
Ferner ist hier noch zu erwähnen, dass der Cache-Owner verpflichtet ist auch auf die atypischen Gefahren, wie zum Beispiel Holzeinschlagsflächen, hinzuweisen und gegebenenfalls den Cache während dieser Zeit zu deaktivieren.


Aber auch für die suchenden Geocacher gelten alle erwähnten Punkte genauso wie für den Cache-Owner. Der suchende Geocacher sollte den Cache-Owner, oder gegebenenfalls den zuständigen Reviewer, über Unregelmäßigkeiten informieren und diese entsprechend in einem Log erwähnen.
Ferner sollte der Cache-Sucher Querfeldeinläufe vermeiden und die öffentlichen Wege nutzen. Dabei kann er gut die hinterlegten Karten der GPS-Geräte nutzen. Gute, kostenfrei und recht aktuelle Karte findet man zum Beispiel auf der Seite von OSM (hier kann man auch selber mit wirken), die für die verschiedensten Geräte Karten haben.


Das Fazit


Merke:

Der Aufenthalt in der Natur erfordert ständige Vorsicht und Rücksicht.
Wer sich in der Natur aufhält sollte sich so verhalten, dass nichts und niemand geschädigt, gefährdet oder unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Es ist nicht schwer sich diese einfachen Punkte für das naturverträgliche Geocaching merken.
Also sollten wir uns diese wenigen Punkte merken und dafür sorgen, dass sie schnell auch an die "neuen" Geocacher herangetragen werden.



Die Seite "Bis in den Wald" wünscht allen
Happy Hunting



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