Herbst-Titelbild. Alte Windwurffläche- heute mit Forstkulturen bepflanzt

Reh und Rothirsch


Das Rotwild/der Rothirsch wird meistens vom Jäger benannt, wenn es um Störungen durch das Geocaching geht. Hierbei wird meistens der Vorwurf erhoben, dass durch Nachtcaches das Wild aufgeschreckt wird und es dadurch zu einer Häufung von Unfällen in den Revieren kommt.
Dazu möchte ich noch einmal auf einen Beitrag im Blog Geocaching-MS (Link am Ende der Seite) verweisen, wo der Autor wieder einmal eine schöne und gute Ausarbeitung erstellt hat.
Der Hauptgrund warum der Rothirsch am häufigsten im Bezug auf Unfälle genannt wird dürfte am Fluchtverhalten liegen. Deshalb habe ich am Ende der Seite das unterschiedliche Fluchtverhalten von dem Reh und dem Rothirsch gegenübergestellt.


Aber nun zu den Rehen und Rothirschen.

Diese beiden Vertreter sieht man des Öfteren in Wald und Flur. Obwohl sie sich auf dem ersten Blick ähneln, gibt es zwischen beiden viele Unterschiede. Nicht nur im Verhalten bei Störungen, sondern auch beim Sozialverhalten untereinander.

Den ersten Unterschied erkennt man bereits an den lateinischen NamenDie lateinischen Namen setzen sich immer aus zwei Wortteilen zusammen. Der erste Wortteil beschreibt die Gattung. Wodurch bereits engere Verwandtschaftsgruppen ersichtlich sind. Das zweite Wort beschreibt den eigentlichen Namen des Tiers. Gelegentlich kommt es noch zu einem dritten Wortteil, welches eine Unterart noch genauer bezeichnet.. Bei dem Reh und dem Rothirsch ist hier zu erkennen, dass diese beiden Tiere einer anderen Gattung (Art) angehören.

Das Reh trägt den lateinischen Namen "Capreolus capreolus". Hier raus ist bereits ersichtlich, dass das Reh zu der Gattung der "Trughirsch" gehört. Der Unterschied zeigt sich bereits bei der Betrachtung des GeweihsDas Geweihe
Die meisten Huftiere bilden Geweihe oder Hörner aus. In erster Linie dienen sie für Rangkämpfe gegen Rivalen.
Bei den Hirschen und Rehen tragen nur die Männchen ein Geweih. Das Aussehen der Geweihe unterscheidet sich von Art zu Art. So haben die Rehe eher ein kurzes Geweih (Spießer) mit wenigen Enden, der Rothirsch hingegen sein großes Astgeweih. Wenn man sich den Dammhirsch anschaut, erkennt man ein schaufelförmiges Geweih.
Anders als Hörner bestehen Geweihe nicht aus Hornsubstanz. Das Geweih ist ein Knochen. Es wächst jedes Jahr unter einer fellbedeckten Haut (Bast) neu nach. Etwa 100 Tage benötigt ein Geweih, bis es seine endgültige Größe erreicht hat. Wie stark und verzweigt es ist, hängt vom Alter und dem Gesundheitszustand des Tieres ab.
Entgegen einer verbreiteten Meinung kann man aber das Alter des Tieres nicht an dem Geweih Enden erkennen. Lediglich am Knochenzapfen kann man etwa abschätzen, wie alt das Tier etwa sein muss.
Bis zur Brunftzeit bleibt die Basthaut auf dem Geweih. Dann beginnt der Hirsch, sein Geweih zu fegen. Das Fegen geschieht durch Reiben an Stämmen und Ästen und löst sich die Haut vom Knochen.
Der Rehbock beginnt mit der Fege in März/April und der Rothirsch im Juli/August. Nach der Fege ist das Geweih für die Kämpfe in der Brunft einsatzbereit.

Anhand der Größe des Geweihs kann ein Rivale in etwa abschätzen, wie stark der Gegner ist.
Ungleiche Gegner kämpfen meistens nicht gegeneinander.
Nach dem Ende der Brunft bewirkt eine Hormonumstellung im Körper des Hirsches, dass sich das Geweih von den Knochenzapfen löst und sein Geweih verliert.
Bereits wenige Tage nach dem Verlust beginnt das Geweih erneut zu wachsen und nach etwa 100 Tagen hat sich das Geweih neu gebildet.
. Dieses ist bei dem Reh nicht so ausgeprägt wie das der "Echten Hirsche"Wie der Rothirsch oder der Dammhirsch. Aber es gibt auch noch einige anatomische (organische) und körperliche Unterschiede, wie die Körpergröße, die Körperhaltung, das Herz-Lungen-System, ...

Der Rothirsch trägt den lateinischen Namen "Cervus elaphus" und gehört zu der Gattung der "Echten Hirsche" und ist zum Beispiel eng mit dem Damhirsch (Cervus dama) verwand.


Aber nun einmal zu der Gegenüberstellung von dem Reh und dem Rothirsch.


Das Reh (Capreolus capreolus)


Das Reh

Das Aussehen


Die Kopf-Rumpf-Länge liegt bei 1m bis 1,4m mit ausgestrecktem Hals.
Die Schulterhöhe beträgt etwa 60 bis 75 cm.
Das Gewicht liegt bei Böcken zwischen 22 und 23 Kilogramm und bei Ricken bei 14 bis 28 Kilogramm.
Der Rücken ist leicht gewölbt.
Das Fell ist im Sommer rotbraun. Im Winter graubraun. Der Spiegel -der helle Fleck am Hinterteil - ist im Sommer gelblich und im Winter leuchtend weiß. Das Kitz (Jungtier) hat auf dem Rücken eine weiße Fleckenzeichnung. Der Schwanz des Rehs liegt unter Fell und ist nicht zu sehen.
Das Geweih des Rehs ist recht kurz mit höchstens sechs Enden (Spitzen). Ausschließlich die Rehböcke tragen ein Geweih. Die Weibchen haben kein Geweih.
Jedes Jahr im Oktober/November wird das Geweih abgeworfen. Kurz nach dem Abwurf bildet sich ein neues Geweih, welches sich dann bis April/Mai fertig entwickelt hat.


Das Vorkommen


Rehe leben in Laubwäldern und Mischwäldern mit Buschdickungen und Lichtungen. Aber auch an Waldrändern, in Flussauen und Feldgehölzen und im Gebirge sind sie bis zu der Baumgrenze zu finden.
Obwohl das Reh eigentlich von Natur aus ein Waldbewohner ist, zieht es das Reh immer öfter in landwirtschaftlich genutzten Flächen (Felder). Heute geht man bereits dazu über, die Rehe mit Waldrehe und Feldrehe zu unterscheiden.


Die Nahrung


Das Reh ist ein Wiederkäuer. Während eines Tages fressen sie zwischen 4 und 5 Kilogramm Grünfutter. Rehe haben einen relativ kleinen Magen und müssen mehrmals täglich (im 3-4 Stundenrhythmus) Futter aufnehmen. Danach folgt ruhiges Wiederkauen, meist in gut geschützter Deckung. Der Wasserbedarf wird hauptsächlich durch Frischnahrung gedeckt. Nur gelegentlich wird beobachtet, dass die Tiere Wasser trinken.
Die Hauptnahrung besteht im Sommer zum Teil aus Blättern, Knospen und Trieben. Hauptsächlich fresse sie aber Kräutern Gräser, Samen, Blüten, Klee, Heidekraut und Getreide. Im Herbst ergänzen sie ihre Nahrung mit Beeren, Pilzen, Kastanien, Moosen, Brombeeren und Himbeeren, Eicheln und Bucheckern, aber auch Rinde steht auf dem Speiseplan.


Die Lebensweise


Überwiegend gehen Rehe bei der Morgendämmerung und der Abenddämmerung auf Nahrungssuche. Aber auch wenn sie über Tag nicht gestört werden, gehen sie auf Nahrungssuche.
Im Winter leben sie in Gruppen von 3-30 Tieren zusammen. Im Sommer gehen sie meistens getrennte Wege. Lediglich die Weibchen bilden kleinere Gruppen untereinander die aus 1-2 Weibchen und Jungtieren bestehen.
Die Böcke markieren ihr Revier durch Sekrete einer Stirndrüse. Fremde Böcke werden dort sofort vertrieben und angegriffen.
Das Reh ist ein sehr ortstreues Tier und lebt in einem Gebiet von 10-30 ha.


Die Fortpflanzung


Die Paarungszeit der Rehe ist von Juli bis August. Bei der Paarung treibt der Bock die Geiß in einer Verfolgungsjagd vor sich her, bis er sie einholen und begatten kann.
Die Kitze werden nach etwa 290 Tagen zwischen Mai und Juni im Folgejahr geboren. Die Kitze können bereits wenige Minuten nach der Geburt stehen und laufen. Dennoch bleiben sie in den ersten Wochen noch in einem Versteck. Meistens liegen sie in Büschen oder im hohen Gras und warten, dass ihre Mutter zum Säugen kommt. Später folgen sie ihrer Mutter, die sie noch etwa 2-3 Monate säugt. Zum Teil bleiben die Jungen so lange bei ihrer Mutter, bis sie ein neues Kitz geboren hat.






Der Rothirsch (Cervus elaphus)


Der Rothirsch

Das Aussehen


Die Körperlänge (Kopf-Rumpf-Länge) liegt hier bei den Weibchen bei etwa 1,70 m und die Männchen werden bis 2m lang.
Die Schulterhöhe beträgt etwa 1,10 m bis 1,4 m bei den Hirschen und bei den Weibchen 0,95 m bis 1,10 m. Mit diesen Größen ist der Rothirsch die größte Hirschart in Mitteleuropa.
Das Gewicht liegt bei den Hirschen zwischen 150 und 250 Kilogramm. Die Weibchen wiegen zwischen 85 und 130 Kilogramm.
Der Rücken ist lang und gestreckt.
Das Fell des Erwachsenen Rothirschen ist im Sommer Rotbraun. Im Winter ist es graubraun. Der Spiegel gelblich oder rein weiß. Der Spiegel wird durch einen kurzen, breiten Schwanz zum Teil überdeckt. Die Jungtiere tragen ein weiß geflecktes Fell.
Das große verzweigte Geweih des Rothirschs ist wohl das bekannteste Merkmal dieses Hirsches. Das Stangengeweih hat oft 12 bis 14 Enden gelegentlich sind sogar bis zu 20 Enden möglich. Genau wie beim Reh tragen nur die Männchen diesen Kopfschmuck und werfen es etwa im Februar ab.


Das Vorkommen


Bevorzugter Lebensraum des Rothirschen sind weite offene Parklandschaften, da sie von Natur aus eigentlich Steppentiere sind. Weil der Mensch sich aber inzwischen überall in der Landschaft bewegt, passen sich die Rothirsche den Leben in Laubwäldern, Mischwäldern und auch Flussauen an. Im Gebirge kann man sie im Sommer bis nahe der Baumgrenze finden.Im Winter wandern sie in die nicht so schneereichen Täler herab.


Die Nahrung


Der Rothirsch ist ebenfalls ein Wiederkäuer. Der tägliche Nahrungsbedarf liegt bei 10 bis 12 Kilogramm.
Die Hauptnahrung besteht aus Gräsern, Kräutern, Laub, frischen Baumtrieben und Knospen, Rinde und Baumfrüchten wie Eicheln und Bucheckern, aber auch Obst, Vogelbeeren, Pilze halb reifer Hafer und Mais.


Die Lebensweise


Rothirsche sind heute überwiegend in der Dämmerung und bei Nacht unterwegs.
Als Steppentier ist er ein Fluchttier. Er ist ein schneller und ausdauernder Läufer und kann ziemlich hoch springen. Das ist ein Grund, warum Wildzäune für/gegen Rothirsche 1,80 m oder höher sind. Eine weitere Eigenart ist, dass sie recht gut schwimmen können.
Rothirsche leben in großen Gruppen. Diese Gruppen bestehen meistens aus Hirschkühen mit noch nicht geschlechtsreifen Kälbern. Meistens werden diese Gruppen durch eine erfahrende Hirschkuh angeführt. Die Männchen bilden meistens kleinere Gruppen oder ziehen als Einzelgänger durch die Landschaft. Erst zur Brunftzeit - Mitte September bis Mitte Oktober - kehren sie zurück. Dann versuchen sie, möglichst viele Weibchen um sich zu scharen. Damit die Weibchen nicht zu einem Nebenbuhler abziehen, verteidigen die Hirsche ihre Weibchen durch Kämpfe mit den Gegnern. Bei diesen Kämpfen rennen sie mit gesenkten Geweihen aufeinander zu und messen ihre Kräfte durch starkes Schieben und Stoßen.
Anders als das Reh haben Rothirsche kein festes Gebiet. Die Gebietsgröße richtet sich stark nach der Anzahl der Tiere einer Herde. Welche Gebiete genutzt werden, liegt im wesentlich an den Erfahrungen der älteren Tiere. Ferner richtet sich das Gebiet nach festen Punkten wie Ruheplätze, Nahrungsflächen, Deckungen, Fortpflanzungsgebieten und an Plätze für die Aufzucht. Die Hauptlebensräume haben meistens alle benötigten Ansprüche. Innerhalb eines Gebietes wechseln sie des Öfteren den Ort. Wenn sie zum Beispiel von einer Futterstelle zu einem Ruheplatz ziehen. Bei der Wanderung machen sie aber auch an Stellen halt, die nur ein Teil der Bedürfnisse der Rothirsche deckt.


Die Fortpflanzung


Die Brunftzeit der Rothirsche ist von Mitte September bis Mitte Oktober.
Im Mai bis Juni sondern sich die Weibchen meistens von der Gruppe ab und bringen ihr Junges zur Welt.
Das Hirschkalb kann bereits - wie die meisten Huftiere - kurz nach der Geburt stehen. Dennoch bleibt es in den ersten Tagen noch in Gebüschen oder im Gras versteckt und wird dort von der Mutter gesäugt. Die Hirschkälber werden bis zum Spätherbst, zum Teil sogar bis in den nächsten Sommer, gesäugt. Mit einem Alter von etwa 2 Monaten beginnen die Jugendflecken aus ihren Fell herauszuwachsen.



Welche Fluchtverhalten sind typisch für Reh und Rothirsch?


Zunächst muss man anmerken, dass sich beide stark an ihre Umgebung anpassen können. An viel Geräusche (Autos, Menschen, Sägearbeiten, ...) die in ihren Revieren vorkommen gewöhnen sich Rehe und Hirsche oder stellen sich auf solche Störungen ein. Sie nehmen zwar die Geräusche wahr, aber ergreifen nicht sofort die Flucht. Viel mehr beobachten sie solche Störungen. Wenn sich diese Tiere aber bedroht fühlen, reagieren sie ganz auf ihre Weise mit der Flucht. Dabei unterscheiden sich die Fluchtdistanzen und das Verhalten von dem Reh und dem Rothirsch erheblich.


Das Reh


Das Reh bewegt sich bevorzug im Schritt oder Trab. Wenn es aber bedrängt oder gestört wird, wechselt es auch schon einmal in den Galopp. Das Reh ist jagdlich gesehen ein Schlüpfertypen. Dank seiner schmalen Brust kann es durch die engsten Stellen in den Dickungen schlüpfen. Das Reh hat eine schwache Herz-Lungen-Leistung. Dadurch ist es nicht imstande, längere Strecken schnell zu überwinden. Deshalb flüchtet das Reh eher auf einer kurzen Strecke. Wenn das Reh nun gestört wird, bleibt es meistens so lange stehen, bis der Verfolger in seiner unmittelbaren Nähe ist. Wenn der Verfolger nun aber zu nah kommt, legt es eine kurze Strecke im Schritt oder Trab zurück. Wenn das noch nicht hilft und es weiter verfolgt wird gehen es in eine Galoppphase über. Diese Phase ist meistens nur kurz. Die zurückgelegte Strecke reicht meistens nur bis in den nächsten Einstand (zum Beispiel Dickung). Man kann auch sagen, dass das Reh aus einem hellen Bereich in einen dunkleren Bereich flüchtet. Ferner versucht das Reh seine Verfolger durch Wiedergänge (in eigenen Spuren zurück laufen) zu verwirren.

Dieses Fluchtverhalten ist typisch für die Waldrehe. Bei Feldrehen sieht es ein wenig anders aus. Das Reh beobachtet seine Gegend ganz genau.Aufgrund der flachen Landschaft nimmt es Störungen bereit aus einer großen Entfernung wahr. Daher beginnt das Reh frühzeitiger mit seiner Flucht. Bei Störungen zieht es sich frühzeitig in Feldgehölze oder in die Waldränder zurück.


Der Rothirsch


Das Fluchtverhalten des Rothirschs unterscheidet sich sehr wesentlich von dem Verhalten des Rehs. Die Verhaltensweisen der Rothirsche werden bedingt durch viele Einflüsse. Einen Einfluss auf das Fluchtverhalten hat die Gruppenzusammensetzung (Männchen, Weibchen, Jungtiere), die Tageszeit, die Jahreszeit, die Erfahrung der älteren Tiere und nicht zuletzt die Windrichtung.

Wenn es zu einer Störung kommt, unterbrechen die Tiere ihre Tätigkeit.
Bei einer Störung wird diese Störung zunächst beobachtet und bewertet. Je nach Einschätzung des Rothirschs folgt dann die Flucht oder ein anderes Verhalten.
Dieses Verhalten hängt stark von der Zusammensetzung des Rudels ab.
Weibchen unterbrechen bei Störungen durch den Menschen das Äsen oder ihre anderen Tätigkeiten. Diese Äsungszyklen sind aber bei den weiblichen Hirschen wichtig, da sich unter ihnen die Kälber befinden. Wegen der Kälber neigen diese Rudel auch eher zur Flucht, um ihre Jungen zu schützen.
Die männlichen Hirschrudel haben weniger Äsungszeiten als die Weibchen und lassen sich auch nicht so schnell durch Störungen aus der Ruhe bringen.
Die gemischten Rudel reagieren eher auf Störungen in ihrer Ruhephase welches aber überwiegend in der Brunftzeit auftritt. Dabei ist deutlich zu erkennen, dass das Fluchtverhalten überwiegend durch die Weibchen des Rudels ausgeht. Dieses Verhalten dürfte auf die Rücksicht zu den Hirschkälbern zurückzuführen sein.
Die Fluchtgeschwindigkeit nach einer Störung ist unterschiedlich.
Während die Hirsche sich eher langsam entfernen, neigen die Hirschkühe eher zu einer schnellen Flucht. Auch in der Winterzeit flüchten die Weibchen eher im Galopp als die Männchen.


Die Windrichtung


Ein wichtiger Punkt für die Flucht ist aber auch die Windrichtung. Gerade die Windrichtung bestimmt im wesentlich den Geruchssinn und den Gehörsinn.
Der Wind hat am Tag und in der Nacht einen wesentlichen Einfluss auf die Wahrnehmung der Gefahr und damit auch auf das Fluchtverhalten und die Fluchtstrecke.
Oft ist die wahrgenommene Entfernung zu der Störquelle gleich der Fluchtstrecke. Wenn die Störung mit dem Wind kommt (Gegenwind), beginnen die Rothirsche meistes eher mit der Flucht und legen höhere Entfernungen zurück. Dieses Verhalten ist in der Nacht deutlich häufiger als am Tag. Das liegt daran, dass es dann den Rothirsch nicht immer möglich ist, die Entfernung zur Störung optisch (Sehen) zu erfassen. Durch den Wind werden Gerüche und Geräusche schneller zu dem Rothirsch getragen. Dadurch lassen sich die Tiere über die tatsächliche Entfernung zur Störquelle täuschen und neigt eher zu einer unmittelbaren Flucht.
Wenn das Rudel mit dem Wind zieht (Rückenwind), kommt es öfter bei der Unterschreitung der Fluchtgrenze zu einer Wahrnehmung der Gefahrenquelle. Das liegt überwiegend an der optischen Wahrnehmung (das Sehen). Die Unterschreitung der Fluchtgrenze kann auch an der Beschaffenheit des Geländes (Bewuchs, Hügel, ...) liegen. Am Tag wird diese Fluchtgrenze zur Störungsquelle öfter unterschritten und führt dann zu größeren Fluchtstrecken.



Störungen durch Menschen


Bei Störungen durch Menschen reagieren Rothirsche meistens mit drei Flucht-Strategien.
Die erste Strategie ist das "Aufsuchen von Deckungen". Dabei versucht der Hirsch, sich aus dem Sichtfeld des Menschen zu begeben. Das erreicht er durch die Vergrößerung der Entfernung und durch den Wechsel der Bewuchs-Zone. Also es zieht zum Beispiel von einem Feld oder einer Wiese in eine Dickung.
Eine weitere Strategie ist die "Entfernung vergrößern". Hierbei bleibt der Rothirsch auf dem Feld oder der Wiese, aber vergrößer die Entfernung zu der Gefahrenquelle.
Die dritte Strategie ist "Übersicht gewinnen". Hier bei begibt sich der Rothirsche auf eine für ihn günstige Position. Von dieser Stelle beobachtet er die Störquelle und kann darauf sein Fluchtverhalten einstellen.

Es ist inzwischen bewiesen, dass Rothirsche sich auf häufiger eintretende Störung einstellen und diese auch erkennen können. Der Rothirsch ist sogar in der Lage bestimmte Fahrzeuge (zum Beispiel das Fahrzeug des Jägers) aus einer Entfernung bis zu 1000m zu hören/erkennen. Auf solche Störungen stellt sich der Rothirsch ein und passt sich durch Meidung (aus dem Weg gehen) oder die durch die Art seines Fluchtverhaltens an.

Das Fluchtverhalten unterscheidet sich wesentlich während der Tageszeiten.
Die Strategie "Entfernung vergrößern" ist in der Nacht deutlich höher als am Tag. Das heißt, dass der Rothirsch in der Nacht eher flüchtet als sich in der nächsten Dickung verstecken.
Am Tag bevorzugt der Rothirsch eher die optische Strategie "Übersicht gewinnen".

Rothirsche haben Fluchtgrenzen, Wahrnehmungsgrenzen und Fluchtstrecken.
Die Wahrnehmungsgrenze liegt bei allen Rudeln höher als die Fluchtstrecken. Aber auch hier gibt es Unterschiede zwischen Hirschkühe und Hirsche.
Einen Feind erkennen gemischte Rudel vom Hochsommer bis in den Spätherbst aus etwa 500 Meter Entfernung. Die Feinderkennung liegt normalerweise bei den Weibchen im Allgemeinen zwischen 122 und 283 Metern und bei den Männchen zwischen 103 und 192 Meter.
Bis zu einen Punkt zwischen 35 bis 139 Meter ziehen die Hirschkühe meistens noch ruhig weiter. Die Männchen ziehen bis zu einer Entfernung von 17 bis 123 noch ruhig weiter.
Wenn sich die Weibchen nun bedroht fühlen, flüchten die Weibchen mit rund 87m, bis zum nächsten Beobachtungspunkt, zunächst etwas weiter als die Männchen (55m). Gemischte Rudel legen zum Teil etwas größere Strecken zurück, ehe sie einen Beobachtungshalt einlegen. In der Nacht ist der Fluchtweg bis zur ersten Beobachtung bei den Männchen weiter.
Die Fluchtstrecken, bis sie ruhig weiter ziehen, sind bei Weibchen am Tag meistens etwas kürzer als bei Männchen.


Fazit


Aus den unterschiedlichen Verhalten von Weibchen und Männchen ist zu erkennen, dass Weibchen, wegen der Aufzucht der Jungen, eher vorsichtiger sind als Männchen.Um eine Störung des Rotwildes zu vermeiden, sollte man mindestens 250-300 Meter Abstand zu den Tieren halten.

Ferner sollten wir Geocacher uns genau informieren, ob wir einen geplanten Nacht-Cache in einem Rotwildrevier legen wollen. Wie oben bereits aufgeführt, neigt Rotwild gerade in der Nacht zu einer plötzlichen Flucht. Bei solchen Fluchten rennen sie dann einfach los und versuchen schnellstmöglich eine hohe Distanz zwischen sich und die Gefahr zu bekommen. Dabei brechen sie auch durch Dickungen oder rennen über Straßen.

Wenn man also einen Nacht-Cache plant, empfiehlt es sich, auch wenn die Erlaubnis des Grundstückeigentümers vorliegt, mit dem Jagdverantwortlichen des Reviers zu sprechen. Dann genau dieser Jäger kennt sein Revier und kennt auch die Stellen, wo sich der Rothirsch am häufigsten aufhält.


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Nachtcaches und Wildunfälle in Münster - Eine Analyse der Seite "Geocaching-MS.de"



Danksagung

Für das Foto des Rehs und die Genehmigung zur Veröffentlichung bedanke ich mich bei R. Wesling aus Dülmen.





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