Herbst-Titelbild. Alte Windwurffläche- heute mit Forstkulturen bepflanzt

Schutzgebiete


Auch auf dieser Seite möchte ich darauf hinweisen, dass ich selber kein Jurist bin. Alle rechtlichen Annahmen beziehe ich auf zwei Aufsätze der Zeitschrift "Natur und Recht" des Springer Verlages. Am Ende des Textes finden sich ein Linke zu den Aufsätzen von "Natur und Recht" und zu den Paragrafen, die im folgenden Text genannt sind.


Ferner möchte ich darauf hinweisen, dass hier von dem Bundesrecht gesprochen wird.
Die Rechtslage kann sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Daher sollte man sich einmal mit der Rechtsprechung des Landes auseinandersetzen!



Da wir Geocacher uns in Feld und Flur bewegen, kann es hier zu einer Beeinträchtigung der Landschaften kommen. Es können zwei Arten der Beeinträchtigung stattfinden. Zum einem sind es offensichtliche Schäden und zum anderen durch Licht, Lärm und Geruchsstörungen.
Geruchsstörungen könnten zum Beispiel Lebensmittel in Caches sein, was aber durch die Guideline nicht erlaubt ist. Aber auch wenn wir Geocacher ein Kitz auf der Wiese finden, sollten wir es nicht anfassen. Das Anfassen des Kitzes kann ebenso zu einer Geruchsbelästigung führt. Diese hätte zur Folge, dass das Muttertier ihr Junges mit großer Wahrscheinlichkeit verlassen wird, da ein Jungtier selber noch keinen Eigengeruch aufweist.

Unter offensichtliche Schäden versteht man vertritt und die Zerstörung der Cache Umgebung. Diese Art der Beeinträchtigungen kann an Pflanzen und Lebensstätten von Tieren auftreten.


Als erstes sollten wir Geocacher uns informieren, oder durch den Cache-Owner darauf hingewiesen werden, wo sich der Cache befindet. Es sollte inzwischen jeden bekannt sein, dass es verschiedene Biotope (Lebensgemeinschaften) gibt. Diese Biotope werden Entsprechen ihrer Bedeutung mit einem Schutzstatus versehen, der auf die Notwendigkeiten der Gegend eingeht. Diese Schutzgebiete sind das Landschaftsschutzgebiet, die Naturschutzgebiete, die Nationalparks, die gesetzlich geschützten Biotope, die Naturdenkmäler und die geschützten Landschaftsbestandteil. Da wir als Geocacher ständig in solche Gebiete kommen, sollten wir auch deren Bedeutung kennen. Denn auch aus Unwissenheit können rechtliche Ahndungen Endstehen.


Hier habe ich einmal eine kleine Aufstellung über die Funktion der Schutzgebiete gemacht und was in ihnen erlaubt oder nicht erlaubt ist.


Das Landschaftsschutzgebiet


Die Funktionen des Landschaftsschutzgebietes werden durch den §26 Abs.1 BNatSchG geregelt.
Es dient zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, einschließlich des Schutzes von Lebensstätten und Lebensräumen bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten. Ferner sind die Gebiete wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung geschützt.

Da die meisten das Geocaching zum Zweck der Erholung betreiben, kann man die Landschaft unter Beachtung des "Allgemeinen Grundsatzes" (§13 BNatSchG) ausüben. Der §13 sagt, dass erhebliche Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft vom Verursacher zu vermeiden sind.


Die Naturschutzgebiete


Hinweisschild eines NSGHinweisschild für ein
NSG.

Diese Art von Schutzgebieten regelt der §23 BNatSchG.
Solche Gebiete besitzen einen besonderen Schutzstatus. Die Gebiete dienen der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten oder Lebensgemeinschaften bestimmter Pflanzen und wild lebenden Tieren. Ferner kommen auch wissenschaftliche, naturgeschichtliche oder landeskundliche Gründe infrage. Aber auch wegen Ihrer Seltenheit, Schönheit oder der besonderen Eigenarten können diese Gebiete geschützt werden. Verboten (§23 Abs. 2) sind hier alle Handlungen und Störungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder zu Veränderungen führen können.

Neben den Nationalparks haben diese Gebiete den höchsten Schutzstatus. Aufgrund dieses Status kann das Betretungsrecht von Straßen und Wegen eingeschränkt oder gar untersagt werden. Wenn beim Legen oder Suchen des Cache, abseits der Wege, Beschädigungen an Pflanzen, Baumstümpfen oder Bäumen entstehen, ist das ein deutlicher Verstoß gegen §23 Abs.2.


Die Nationalparks


Der Schutzstatus des Nationalparks wird in den §24 BNatSchG festgelegt.
Geschützt werden großräumige weitestgehend ungeteilte Gebiete mit besonderen Eigenarten. Ein Merkmal dieser Gebiete ist, dass der größte Teil der Fläche den Anforderungen eines Naturschutzgebietes entspricht. Ein weiteres Merkmal ist, dass diese Flächen möglichst wenig durch den Menschen beeinflusst sind und sich so das Gebiet in möglichst in natürlichen und ungestörten Abläufen entwickeln kann, bzw. entwickelt werden können. Wenn es der Schutzzweck zulässt, sollen Nationalparks auch der wissenschaftlichen Umweltbeobachtung, der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung dienen. Im Hinblick auf den Schutzzweck und durch die Besiedlung bedingten Ausnahmen sollen diese Gebiete wie Naturschutzgebiete geschützt werden.

Um dem Schutzziel dieser Gebiete gerecht zu werden, werden für die Gebiete Wegekonzepte erarbeitet. Deutschlandweit gibt es 14 Nationalparks. Ein solches geschützten Gebiets ist zum Beispiel das Niedersächsische Wattenmeer an der Nordseeküste. Dieses Gebiet ist bereits seit 1986 ein Nationalpark und 1993 wurde es von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt, was es zu einem Weltnaturerbe macht. Mit einer Größe von ca. 345000 Hektar (entspricht etwa 483193 Fußballfeldern) ist es der zweitgrößte Nationalpark. Auch für dieses Gebiet wurde so ein Wegekonzept erarbeitet. Heute findet man an fast allen Zugängen zum Meer und Küstenbereich Hinweisschilder. Hier wurden Zonen eingerichtet und entsprechend noch farbig hinterlegt. Die Farben geben an, wie sich der Schutzstatus darstellt und in wieweit die Gebiete betreten werden dürfen. Die rote Zone ist die Ruhezone und hat den stärksten Schutzstatus. In der roten Zone dürfen ganz jährlich nur die Wege benutz werden. Diese Zonen sie sind in der Regel mit dem fünfeckigen Schild mit der Eule gekennzeichnet. Die Zwischenzonen sind grün dargestellt. Hier ist das Betreten auch außerhalb der Wege erlaubt. Hierbei bilden die Brutgebiete eine Ausnahme. In diesen Abschnitten dürfen in der Zeit vom 1.4 bis 31.7 nur zugelassenen Wegen betreten werden. Die Erholungszone ist gelb gekennzeichnet. An diesen Bereichen des Strands sind z.B. Störungen durch motorisierte Fahrzeuge und Ähnliches nicht erlaubt. Hundebesitzer müssen noch wissen, dass Hunde in allen Zonen an der Leine zu führen sind. Die Ausnahmen sind die öffentlich ausgewiesenen Hundestrände.

So oder ähnlich können in solchen Gebieten die Wegekonzepte aussehen.

Wenn hier beim Legen oder Suchen des Cache, abseits der Wege, Beschädigungen an Pflanzen, Baumstümpfen oder Bäumen entstehen, stellt der einen nicht zulässigen wesentlichen Beeinträchtigung dar.


Gesetzlich geschützte Biotope


Diese Art von Schutzgebieten wird durch den §30 BNatSchG geregelt.
Gerade bei diesen Schutzgebieten gibt es ein sehr großes Problem. Da diese Schutzgebiete relativ klein sind, werden diese Gebiete nicht wie die anderen Gebiete ausgeschildert. Aufgrund ihres hohen Schutzbedürfnisses und kleinen Fläche sind gerade diese Bereiche stark gefährdet. Wie alle anderen Schutzgebiete sind hier jegliche Beeinträchtigungen nicht erlaubt.

Aber für diese Gebiete können beim Bundesamt für Naturschutz (BfN), aber auch beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) Karten abgerufen werden, in denen alle Schutzgebiete verzeichnet sind. Ferner besteht hier auch die Möglichkeit, die einzelnen Schutzgebiete ein und auszublenden. Diese Seiten sollte jeder Cache-Owner kennen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

In den gesetzlich geschützten Biotopen sollten besser keine Caches versteckt werden, da gerade hier Probleme vorprogrammiert sind. Aber da jeder Cache-Owner eh eine Erlaubnis für das Legen eines Caches benötigt, wird er wahrscheinlich schon von der zuständigen Person darüber informiert worden sein.


Naturdenkmäler


Hinweisschild eines NaturdenkmalsHinweisschild für ein Naturdenkmals.Naturdenkmäler sind festgesetzte Einzelschöpfungen der Natur oder entsprechende Flächen bis zu fünf Hektar Größe. Geregelt werden diese in den §28 BNatSchG geregelt. Als Einzelschöpfungen können einzelne Bäume, Baumgruppen, Felsbildungen aber auch Quellen in Frage kommt.
Geschützt werden die Denkmäler wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit.

Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturdenkmals führen können, sind verboten. Daher sollten auch hier keine Caches angebracht werden.


Geschützte Landschaftsbestandteile


Dieser Typ von Schutzgebiet wird im §29 BNatSchG geregelt.
Die Ziele dieses Gebietes sehen folgende Maßnahmen vor. Die Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts. Sowie die Belebung, Gliederung oder Pflege des Orts- oder Landschaftsbild. Und natürlich sind sie wegen ihrer Bedeutung als Lebensstätten bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten geschützt. Der Schutz kann sich für den Bereich eines Landes oder für Teile des Landes auf den gesamten Bestand an Alleen, einseitigen Baumreihen, Bäumen, Hecken oder anderen Landschaftsbestandteilen erstrecken.

Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des geschützten Landschaftsbestandteils führen können, sind verboten. Für den Fall, dass hier Schäden entstehen, kann man mit einer Ersatzpflanzung oder einer Geldstrafe bestraft werden. Aus diesem Grund sollten auch hier keine Geocaches versteckt und gesucht werden.




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§26 Abs.1BNatSchG Landschaftsschutzgebiet
§13 BNatSchG (Allgemeiner Grundsatz)
§23BNatSchG (Naturschutzgebiete)
§24 BNatSchG (Nationalparks)
§30 BNatSchG (Gesetzlich geschützte Biotope)
§28 BNatSchG (Naturdenkmäler)
§29 BNatSchG (geschützte Landschaftsbestandteile)

Zu den Karten des Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Zu den Karten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV)



Aufsatz der Fachzeitschrift "Natur und Recht":
Autoren: LOUIS, H. W., MELÉNDEZ, S. S. & K. STEG (2011): Zivilrechtliche Probleme des Geocaching. Natur und Recht (2011) 33: 533-539.


Aufsatz der Fachzeitschrift "Natur und Recht":
Autoren. LOUIS, H. W., MELÉNDEZ, S. S. & K. STEG (2011): Öffentlich-rechtliche und strafrechtliche Probleme des Geocaching. Natur und Recht (2011) 33: 619-624.





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