Herbst-Titelbild. Alte Windwurffläche- heute mit Forstkulturen bepflanzt

Wirtschaftsfaktor Wald


Auf dieser Seite gehe ich zunächst auf die heutige Waldwirtschaft ein. Danach kommt eine kurze Erklärung wie es zum Nachhaltigkeit- Prinzips kam. Im Anschluss gehe ich dann auf die Formen der Waldbewirtschaftung eingehen.


Etwa 250000 Menschen arbeiten heute in der Forstwirtschaft und der Holzwirtschaft. Dabei werden pro Jahr mehr als 30 Milliarden Euro erwirtschaftet. 2/3 des Holzes gehen in die Sägeindustrie und etwa 1/4 geht in die Papierherstellung und Spanplattenherstellung.

Alleine diese Zahlen sollten zeigen, dass es hier ein hohes wirtschaftliches Interesse gibt.

Das hohe Interesse ist aber nicht nur seit heute bekannt. Seit dem der Mensch sich ansiedelt, hat Holz eine hohe Bedeutung. Zunächst als Baumaterial und als Brennstoff, später noch zur Produktion von anderen Gütern. Bereits recht früh ist man sich in Deutschland bewusst geworden, dass man den Bestand nicht grenzenlos benutzen kann. Das liegt daran, dass sich der Bestand reduziert und sich nicht von alleine so schnell erneuern kann. Bereits im 18. Jahrhundert kam es, wegen einer Holznot, zum Aufruf der Nachhaltigkeit. Hierbei sollten mindestens so viele Bäume nachgepflanzt werden, wie in einem Jahr geerntet worden sind.


Der Grundsatz der Nachhaltigkeit ist heute sogar gesetzlich verankert. In Deutschland verpflichtet der §11 des Bundeswaldgesetz (BWaldG) die Waldbesitzer dazu, ihre Wälder "ordnungsgemäß und nachhaltig" zu bewirtschaften.


Heute hat Deutschland rund 3,6 Milliarden Kubikmeter an Holzvorräten. Zeitgleich wachsen rund 120 Millionen Kubikmeter Holz nach. Von diesen 120 Millionen Kubikmeter nutzt man rund 70%. Das heißt, das rund 36 Millionen Kubikmeter jährlich zu dem Bestand hinzukommen. Und genau dieser Zuwachs ist die Nachhaltigkeit. Denn jedem dürfte klar sein, dass Bäume einige Jahrzehnterund 80 Jahre bei Nadelbäumen und bei Laubbäumen bis zu 120 Jahre wachsen müssen, bis sie nutzbar sind.

Wie oben bereits erwähnt, werden jährlich 30 Milliarden Euro durch die Forstindustrie und Holzindustrie erwirtschaftet. Aber durch das Prinzip der Nachhaltigkeit entstehen auch Kosten. Auf den folgenden Unterseiten gehe ich deswegen einmal auf die Bewirtschaftung und deren Kosten ein. Wie sich die Holzpreise gestalten. Und anhand eines Beispiels versuche ich am Ende zu zeigen, was für Verluste ein Waldbauer erleiden kann, wenn wir als Geocacher unachtsam mit seinem Eigentum und seiner Erwerbsquelle umgehen.


Waldbewirtschaftung


Urwald Hier ist ein Wald der sich selber überlassen ist.Die meisten unserer Wälder werden bewirtschaftet.
Zunächst gibt es aber noch die "Urwälder" zu benennen. Diese Wälder sind sich selber überlassen und folgen dem biologischen Verlauf. Das heißt stark vereinfacht, die Bäume wachsen auf, sterben ab und verrotten. Dabei erfüllen sie im jedem Stadium verschiedene Funktionen. Sie bieten Lebensraum für verschiedene Tiere und Pflanzen und tragen zur eigenen Bestandserhaltung durch die Aussaat, von Samen oder Fruchtkörpern bei.

In den Wirtschaftswäldern gibt es überwiegend zwei Arten der Bewirtschaftung beziehungsweise Mischformen der beiden. Hier sind es zu einem die Naturverjüngungen und die Forstkulturen. Für welche Art der Bewirtschaftung sich der Waldbauer entscheidet, hängt von einigen Faktoren ab. Für die Auswahl werden folgende Punkte bedacht.
Entscheidend sind die Bodenverhältnisse, welche Bäume sich dort befinden, die Lichtverhältnisse, der Tierschutz und der Pflanzenschutz, die jagdliche Interessen, und natürlich die wirtschaftlichen Ziele. Allein bei den wirtschaftlichen Zielen werden viele Dinge bedacht. Maßgeblich sind hier wie hoch die Kosten für die Verjüngung und die Aufzucht (Pflegezeit) sind. Aber natürlich spielt der vermutliche Erlös aus dem Verkauf eine entscheidende Rolle.


Die Kosten können zwischen 3000 Euro für Naturverjüngungen und zwischen 5000 Euro und 15000 Euro für Kunstverjüngung (Forstkulturen) liegen.


Naturverjüngungen


Naturverjüngung Hier ist eine Naturverjüngung. Zu erkennen an dem unterschiedlichen Alter der BäumeVorrausetzung einer Naturverjüngung sind Samen oder Fruchtkörper tragende Bäume, ein aufnahmefähiger Boden, das KeimbettMineralboden, Humus und Hindernissen aus Wurzeln, Steinen, Stöckern etc. und ein entsprechendes KleinklimaLicht und Feuchtigkeit. Ein endscheidender Punkt bei jeder Verjüngung sind die Lichtverhältnisse. Diese sind von Baum zu Baum verschiedenBei Bäumen wie Buche, Tanne, Ahorn und Fichte liegen sie zwischen 1,6% und 3,6%. Bei Kiefer, Esche und Lärche liegen sie bei 10% bis 20%.

Aber diese Art der Anpflanzung hat aber auch Vorteile und Nachteile.

Der Hauptvorteil liegt wohl darin, dass es keine Kulturkosten gibt. Des Weiteren sind die Pflegekosten gering, das Anwuchsrisiko ist gering und es besteht eine hohe genetische Vielfalt im Bestand. Und nicht zuletzt besteht ein geringes ForstschutzrisikoGefährdung wegen schädlichen Tieren, Pilze und Pflanzen oder Umwelteinflüsse. Ferner findet man hier Bäume in jeder der Altersklasse.

Die Nachteile bei dieser Bewirtschaftung liegen in einem Anspruchsvolleren waldbauliche Verfahren. Bei höheren Erntekosten durch einen höheren Bedarf an Forstaufschließungbefestigte Forstwege, Rückgassen und Seilgassen, so wie der Einsatz von Waldfahrzeugen und Erntemaschinen. Ferner kann es zu Wild Problemen, wie zum Beispiel dem Verbiss kommen.


Kunstverjüngung (Forstkulturen)


Forstkulturen Hier eine typische Fläche mit Forstkulturen. Gut erkennbar an der Art der Anpflanzung (Reihen).Kunstverjüngen Endstehen durch das Anpflanzen von Forstpflanzen, Stecklingen oder durch die Aussaat. Sie entstehen meistens aus vier Gründen.
Wenn es nach einem Kahlschlag oder durch Windwurfwo bei einem Sturm/Orkan (wie Kyrill) Bäume abknicken oder entwurzelt werden. nötig wurde diese wieder herzustellen. Oder auf Flächen wo ein Wald entstehen soll, den es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab. Kunstverjüngung nutzt man aber auch dann, wenn es nötig ist Naturverjüngungen nachzubessern, oder wenn eine BestandsumwandlungEine Bestandsumwandlung ist zum Beispiel, wenn aus einem Nadelwald ein Laubwald, oder umgekehrt, entstehen soll. Aber auch wenn aus Monokulturen (reiner Laubwald/reiner Nadelwald) ein Mischwald entstehen soll. vorgenommen werden soll.

Natürlich hat auch die Kunstverjüngung ihre Vorteile und Nachteile.

Die Vorteile liegen in einem einfachen waldbaulichen Verfahren, der freien Wahl der Baumarten und in einem AltersklassenwaldIn diesem Waldtyp haben alle Bäume etwa das gleiche Alter, das heißt, dass alle Bäume zur gleichen Zeit geerntet werden können und so schon bei der Pflanzung absehbar ist, wann sie geerntet werden können. Ferner entstehen weniger Kosten für Wege und Rückgassen.

Die Nachteile liegen an hohen Pflanzenkosten und hohen Pflegekosten. Meist weisen diese Monokulturen ein hohes Forstschutzrisiko auf, da sie anfälliger gegen schädliche Tiere, Pilze, Pflanzen und Umwelteinflüssen sind. Zudem haben diese Waldstücke aufgrund der Monokulturen keine genetische Vielfalt mehr.


Auf der nächsten Unterseite gehe ich zunächst einmal auf die Holzwirtschaft ein. Abschließend versuche ich anhand eines Beispiels zu erklären, was für Verluste ein Waldbauer haben kann, wenn wir als Geocacher Schäden an seinem Eigentum verursachen.





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